Sonnenflecken wurden zuerst in China mit dunklen Gläsern gesichtet. In Europa gelang dies Galileo mit dem Fernrohr. Er schloss durch ihre Rotation auf die Rotation der Sonne. Täler und Berge auf dem Mond zeigten, dass der Mond keine vollkommene Kugel war, wie es Aristoteles behauptete. Die Jupitermonde gaben ihm die Möglichkeit, ein um ein Zentrum kreisendes System von Himmelskörpern unmittelbar zu beobachten. Die Phasen der Venus erklärte er, indem sie von der Sonne von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Ausgehend davon, dass alles in Bewegung ist, macht Galileo die Bewegungen zur berechenbaren Größe, wobei ihre Gesetze mathematisch bestimmbar und beschreibbar sind. Auch Kopernikus' Theorie von der Bewegung der Erde um die Sonne beweist er. Das 1613 veröffentlichte Buch »Briefe über die Sonnenflecken« führte 1616 zum Prozess wegen Ketzerei, wo er sich verpflichten musste, die Lehren Kopernikus nicht weiter zu verbreiten. Darauf konnte er seine Forschungen fortsetzen, bis er 1632 den »Dialog über die beiden wichtigsten Weltsysteme, das Ptolemäische und das Kopernikanische«, veröffentlichte. Dieses Buch erregte die Kirche sehr, welche ihn durch die Inquisition gefangen nahm und durch Androhung der Folter schwören ließ, er werde jetzt und in Zukunft nur noch die Lehren der Kirche verkünden. 360 Jahre danach revidierte sie ihr Urteil und gestand, dass es ein Fehler gewesen war.

Galileo [L9]

Galileo meinte: »Die Philosophie ist indem großen Buch niedergeschrieben, das immer offen vor unseren Augen liegt, dem Universum. Das Buch der Natur ist in mathematischer Sprache geschrieben, und die Schriftzüge sind Dreiecke, Kreise und andere Figuren, ohne deren Hilfe es unmöglich ist, auch nur ein Wort zu verstehen.«