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Nikolaus Kopernikus [L9]
Nikolaus Kopernikus war ein Kirchenmann und wagte erst 27 Jahre nachdem seine Ideen niederschrieb, sie zu veröffentlichen, weil er befürchtete, mit der Kirche in Konflikt zu geraten. Goethe sieht in seinen Ideen, die zur Kopernikanischen Wende führten, die »größte, erhabenste, folgenreichste Entdeckung, die je der Mensch gemacht hat« sieht. Diese wirklichkeitsbezogenen Erkenntnisse der Wissenschaften wurden bald durch Beobachtungen von Galilei bestätigt und von Newton erklärt.
Kopernikus kam zu dem Schluss, dass die scheinbare Bewegung der Planeten nur dadurch entsteht, indem die Erde sich selbst zusammen mit den anderen Planeten um die Sonne dreht. Er stellte fest, dass die Luft sich mit der Erde zusammen um die Achse dreht und widerlegte somit Argumente Ptolemäus, durch eine Erdbewegung würden Stürme entstehen. Die Fixsterne seien von der Erde so weit entfernt, dass man mit den damaligen Methoden ihre Eigenbewegung nicht feststellen könne: »Die Erde und ihre Bahn stehen zur Größe des Weltalls im gleichen Verhältnis wie ein Punkt zu einem Klumpen Erde oder ein Gegenstand von bestimmter Größe zur Unendlichkeit«. Sein Werk »De revolutionibus orbium coelestium« (Über die Rotation der Himmelskörper) widmete er Papst Pius III. Die Kirche tolerierte zunächst das Werk mit seinen Ansichten, nahm es aber 1616 auf den Index, so dass es kein Katholik mehr lesen durfte.