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Im sogenannten Universalienstreit wird darüber diskutiert, ob nun das Ding eher da ist oder die Idee. Anselm von Canterbury (1033-1109) versucht, auch den Beweis Gottes mit der These von der Vorexistenz der Begriffe zu führen (ontologischer Beweis). Petrus Abaelard (1079-1142) ist der Auffassung, dass das Allgemeine - die Idee - nicht real existiert. Somit ist der ontologische Gottesbeweis Anselms nicht zulässig. Er kritisiert auch andere Kirchenväter und bedient sich dabei der Dialektik[5]. Er stellt die verschiedenen Ansichten der Kirchenväter gegenüber, kommt aber zu keiner verbindlichen Antwort. Allein die Tatsache, dass wesentliche Fragen des Verhältnisses zwischen Gott und dem Menschen offen blieben, ist für die offizielle Kirchenlehre ein Ärgernis. Für Abaelard ist auch in der Ethik einiges anders, als es die Kirche sieht: Sünde ist nur das, was frei gewollt ist, also gegen das Gewissen steht.