Hier fällt jedes Objekt und jedes Subjekt zusammen. Im Schnittpunkt dieser Unendlichkeit steht Gott, der sowohl das Größte als auch das Kleinste darstellt. Ist Gott aber nun die Unendlichkeit, wie kann er vom Menschen erfasst werden? Gar nicht, antwortet Cusanus, denn in diese Unendlichkeit gelangt der Verstand des Menschen nicht. Deshalb besitzen wir ein »wissendes Nichtwissen« über Gott. Daraus folgt: »Zu dem unbegreiflichen Gott gelangt man durch dieses Wissen des Nichtwissens«. Dennoch ist im Menschen eine Sehnsucht, die nach Gott strebt, der aber verborgen ist. Dieser verborgene Gott kann sich dem Menschen nur selbst offenbaren, denn kein Weg der Erkenntnis - welchen der Mensch auch wählen möge - führt zum Ziel.