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Der Positivismus geht vom Tatsächlichen aus, wie die Wahrnehmung es auffindet. Jegliche philosophische Spekulation, die darüber hinausgeht, ist abzulehnen, jede Frage nach dem Sinn dessen, was existiert, ist nicht positiv. Tatsachen statt Spekulation heißt die Devise. Denn positiv ist gleich nützlich, sozial und praktisch. Alle Erkenntnisse der Dinge muss fruchtbar für den Fortschritt sein. »So besteht der wahre positive Geist darin, zu sehen, um vorauszusehen, zu erfahren was ist, um daraus auf Grund des allgemeinen Lehrsatzes von der Unwandelbarkeit der Naturgesetze das zu erschließen, was sein wird.«
Drei Aufgaben hat so die Philosophie: eine Bilanz der Wissenschaft zu geben, eine positive Haltung daraus zu formen und die Propaganda des Positiven zu betreiben.


Ordnung und Fortschritt heißt das Motto des
Positivismus, den Auguste Comte (1798-1857) entwickelte und der
neue Ansätze von John Stuart Mill (1806-73)
und Herbert Spencer (1820-1903) bekam. Es entsteht ein Kult der
Erfahrung und des Fortschrittes. Unterordnung des Individuums
unter die Gesellschaft, eine hierarchische Struktur und die Paarung
von Fortschritt, Ordnung und Staat sind die Folge. Seit der Begründung
der Notwendigkeit von Fortschritt und Ordnung setzt der Positivismus
auch die Normen der Gesellschaft. Seine Philosophie fungiert als
geistiger Polizist, denn wer stellt sich schon gerne gegen das
Positive. Sie hat die letzten zwei Jahrhunderte am ungebrochensten
überdauert.