Ausgangspunkt ist England, wo technische Neuerungen schon sehr früh aufgenommen werden. In der Textilindustrie werden Engpässe in der Produktion beseitigt: gefördert durch die »Royal Society of Arts« (1761) wird in einigen Schritten schließlich die Universalspinnmaschine erfunden, was vorübergehend zu großer Arbeitslosigkeit führt, welche im Drama »Die Weber« von Gerhard Hauptmann geschildert wird.

Beim Kanalbau wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts große Fortschritte gemacht und lange Kanäle gebaut. So hatte z. B. der Duke of Bridgewater-Kanal eine Gesamtlänge von 6.400 km mit 20.000 Schleusen.

Die stabilisierte Straße (Chaussee) wurde 1737 in Schwaben entwickelt. In der Schifffahrt wurde das Segelschiff von Raddampfern mit Schaufelrädern verdrängt. John Stevens entwickelte 1804 die Schiffsschraube, die aber Jahrzehnte nicht richtig zur Anwendung kam, weil man ihr nicht traute, sofern man sie überhaupt kannte. 1854 rüstete erst die englische Kriegsmarine ihre Flotte auf Schriffsschrauben um. Durch das Baumaterial Eisen anstelle von Holz reduzierte sich der Eigengewichtanteil des Schiffes von etwa 50 % auf 35 % des Gesamtgewichtes.

Denis Papin

Denis Papin [L10]

Die Dampfmaschine wurde aus der Erfindung von Denis Papin (1647-1712, danach verschollen) weiterentwickelt. Oliver Evans (1755-1819) und Richard Trevithick (1771-1833) erfand die Hochdruckmaschine, wo der Dampfdruck über eine Atmosphäre ist und durch seine Expansionsfähigkeit den Kolben bewegt. Mit ihrer erhöhten Effizienz eröffnete sie die Möglichkeit, Transportmittel anzutreiben. Dampfturbinen brachten schließlich einen Nutzungsgrad von 30-40 %. Durch die Erfindung des Zweitaktmotors durch Nikolaus August Otto (1832-91) und des Viertaktmotors durch Daimler wurde die Bedeutung des Erdöls größer. Rudolf Diesel (1858-1913) konstruierte einen Motor, bei dem die Entzündung auf Grund der Kompression und nicht durch Zündkerzen erfolgte. Diese Erfindungen ermöglichten den Verkehr des 20. Jahrhunderts. Um die Stromenergie in Bewegungsenergie umzusetzen konstruierte bereits Michael Faraday einen Gleichstrommotor. Werner von Siemens (1816-92) erfand dann den Wechselstrommotor, der den Gleichstrommotor in den kommenden Jahrzehnten langsam verdrängen sollte, nachdem es eine länger Diskussion gab, ob Gleichstrom oder Wechselstrom besser wäre.

In der Aufbereitung der Erze wurde durch die Verwendung der Kohle als Brennstoff und neuen Techniken (wie dem Siemens-Martin-Ofen) Eisen und Stahl billiger hergestellt, wodurch Eisen zur Konstruktion von großen Gebäuden, Brücken, Schiffen, der Eisenbahn u. v. a. m. verwendet wurde. Gusseisen wurde für Brücken, aber auch für andere Geräte verwendet. Im Bergbau gab es jetzt die Sicherheitsgrubenlampe von Humphry Davy, die die Explosionsgefahr reduzierte.

Der Schienenverkehr fand mit Dampflokomotiven große Verbreitung, obwohl für den Schienentransport davor schon Pferde verwendet wurden. Die Lokomotive des Ingenieurs Georg Stephenson (1781-1848) fuhr bei einem Wettbewerb der Eisenbahngesellschaften zwischen Liverpool und Manchester (Die »Rocket« hatte 7,33 kW Leistung und eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h). In Deutschland wurde die erste Eisenbahnstrecke zwei Jahrzehnte später 1835 zwischen Fürth und Nürnberg in Betrieb genommen, und die erste Lokomotive (»Adler«) war von Stephenson. Skepsis war sogar unter den Wissenschaftlern vorhanden. So behauptete man, der Mensch könne gar nicht schneller als 35 km/h fahren. Andere Menschen befürchteten, durch die schnelleren Transportmittel würde der Mensch heimatlos werden, seine Bindung zum Geburtsort verlieren. Auf dem Lande wurde die Legende erzählt, dass jedesmal nach dem die Eisenbahn anhält ein Fahrgast fehlen würde, weil ihn der Teufel mitgenommen habe.

Richard Trevithick, Henry Ford [L9]

1903 lief das erste Auto von Henry Ford (1863-1947) vom Fließband. Im selben Jahr flogen die Gebrüder Wright das erste Mal mit einem Segelflugzeug. Diese Entwicklungen revolutionierte den Verkehr in den nächsten Jahrzehnten.