Auch Husserl erkennt in der Intuition die Quelle
der Erkenntnis. Seine Philosophie schließt alle Feststellungen
aus der immanenten Intuition und verwehrt jedes
Überschreiten dieser Sphäre anschaulicher Selbstgegebenheit.
Er sieht in der »Wesensschau« eines Objektes ab von
allem raum- und zeitlichen. Es ist das von allen Nebensächlichkeiten
gereinigte Bewusstsein, das blickt. Da das Bewusstsein eine
Intention (Absicht) ist, die sich völlig auf den Gegenstand
richtet, erblickt es direkt das Sein des Gegenstandes und nicht
die Erscheinung, das Da-Sein. Der Akt des Bewusstseins schaut
so nicht das Da-Sein der Rose, sondern das Wesen als das
Letztgegebene, das So-Sein. Somit entbehrt es letztendlich
der physischen und psychischen Realität, ist allein »ideeller
Gegenstand« [L1].