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Im Deutschen Museum gibt es über das Thema der Chemie zwei verschiedene Ausstellungen: die eine mit mehr experimentellem Charakter nennen wir Wissenschaftliche Chemie, während die andere mit mehr technischem Schwerpunkt als Technische Chemie bezeichnet wird.

Wissenschaftliche Chemie

Die Ausstellung gliedert sich in einen historischen Teil mit drei Laboratorien (Alchemie, Lavoisier, Liebig) sowie einen experimentellen Teil, in dem die modernen Methoden der Chemie erläutert werden.


Alchemistisches Labor
Der Gang durch die Abteilung führt zunächst zu einer Nachbildung eines alchemistischen Laboratoriums aus dem Mittelalter. Die Einrichtung des Raumes belegt, daß die Alchemisten auch experimentell arbeiteten, obwohl der eigentliche Zweck der Alchemie die seelische Läuterung des Alchemisten war.
Im Raum sind die typischen Herde und Arbeitsgeräte dieser Zeit zu sehen. Eine große Rolle für das alchemistische Arbeiten spielten unterschiedliche Destillationsgeräte von der Retorte über die Serpente bis zum mit Wasser gekühlten Mohrenkopf.
Ein Galeerenofen zur Gewinnung von Arzneimitteln und ein sogenannter Fauler Heinz, eine Ofenkonstruktion für langsame und gleichmäßige Destillation, sind früheste Beispiele einer chemischen Technologie.
Der zweite Raum zeigt den Nachbau eines chemischen Laboratoriums aus der Zeit von Antoine Lavoisier (1743–1794), der quantitative Methoden in die chemische Forschung einführte.
Im Laboratorium sind viele physikalische Geräte zu sehen – Luftpumpen, Elektrisiermaschinen, pneumatische Wannen und eine große Brennlinse, die um 1700 von Walter Ehrenfried von Tschirnhaus angefertigt wurde.
Das 18. Jahrhundert brachte bedeutende Entdeckungen auf dem Gebiet der Gaschemie und der Atmungs- und Verbrennungsvorgänge. An der Rückwand des Laboratoriums sind Versuche von Joseph Priestley und Carl Wilhelm Scheele zu diesem Thema gezeigt. Das wohl berühmteste Experiment in der Geschichte der Chemie, das Lavoisier 1789 durchführte, ist in einer Nische mit seinem Portrait nachgestellt. Durch Hitze zersetzte er Quecksilberoxid in Quecksilber und Sauerstoff. Die erhaltenen Elemente ließ er anschließend wieder zu Quecksilberoxid reagieren. So klärte er die Rolle des Sauerstoffs bei Oxidations- und Reduktionsreaktionen. Auch die Bezeichnungen »Oxidation« und »Reduktion« sowie die noch heute übliche Nomenklatur der anorganischen Chemie stammen von Antoine Lavoisier.

Laboratorium nach Lavoisier

Laboratorium nach Justus von Liebig
Mit den Arbeiten Justus von Liebigs (1803–1873) begann der Aufstieg der chemischen Forschung in Deutschland. Liebig war bis 1852 Professor der Chemie in Gießen und dann bis zu seinem Tode in München. Er führte den chemischen Laborunterricht ein, vollendete die organische Elementaranalyse und begründete die Theorie der Mineraldüngung. Der gezeigte Raum ist eine Nachbildung seines Laboratoriums in Gießen; das Original ist im dortigen Liebig-Museum zu sehen. Originalinstrumente aus dem Münchner Laboratorium wie ein Laborofen, zwei Liebigkühler, ein Gasometer und eine Liebigsche Trockenapparatur stehen neben anderen zeitgenössischen Geräten. Die Vitrinen im Vordergrund zeigen Präparate und chemische Instrumente aus dem 19. Jahrhundert, u.a. einen Äquivalentrechenschieber, Lötrohrbestecke sowie Proben des ersten Aluminiums und des ersten synthetischen Harnstoffs, die Friedrich Wöhler (1800–1882) hergestellt hat.
In der großen Wandvitrine an der Rückseite befinden sich Instrumente aus dem Nachlaß von Eilhard Mitscherlich (1794–1863), dem Entdecker der Isomorphie.Die andere Hälfte der Vitrine ist Robert Wilhelm Bunsen (1811–1899) gewidmet, der die Spektralanalyse begründete. Neben originalen Bunsenbrennern sind Adsorptiometer und ein Indigoprisma aus dem Nachlaß des Forschers ausgestellt.
  ©  ·  Deutsches Museum  ·  80306 München

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